Dritte Halbzeit für Lampard

Meinen Referern zufolge ist der (ziemlich Misslungene) Angriff eines Spurs-Fans auf Chelseas Frank Lampard auch hierzulande von Interesse. Deswegen will ich meiner Sorgfaltspflicht als Hofberichterstatter der Premier League nachkommen und kurz darauf hinweisen, dass die Football Association in der Sache ermittelt. Unter anderem sollen die Sicherheitsvorkehrungen von Tottenhams Stadion White Hart Lane überprüft werden.
lampzTottenham lässt auf seiner Homepage verlautbaren, dass der Fan ein lebenslanges Stadionverbot bekommt und der Fall in der nächsten Woche vor Gericht gebracht wird. Neben dem Spurs-Fan sei auch ein Chelsea-Fan auf den Rasen gelaufen, den Chelsea hoffentlich ebenso bestrafe.
Fat Frank, wie er von Feinden liebvoll genannt wird, sieht den Vorfall anscheinend gelassen:

I just ducked and the stewards got to him. The way he ran at me I think he‘d had a few drinks. I don‘t think he should have been on the pitch in the first place, but you can understand there’s a lot of emotion in a match like this. (Sky Sports)

Bevor zu viele Sympathien für Fat Frank aufkommen möchte ich hervorheben, dass er die Sache mit Sicherheit anders bewerten würde, wenn der Fan nicht an ihm vorbeigestrauchelt wäre und sich nicht binnen Sekunden sechs Chelsea-Spieler auf ihn geworfen hätten (auf den Spurs-Fan, nicht auf Lampard).1
Wenn ich schon einmal von diesem Spiel berichte sollte ich es nicht versäumen, auf die beiden fantastischen Tore von Shevchenko (offensichtlich langsam aber sicher wieder in Form) und Wright-Phillips hinzuweisen, die Chelsea den Einzug in das Halbfinale des FA-Cups gebracht haben. Dort werden die Blues auf Blackburn treffen und sich dann wohl zusammen mit ManU (momentan ebenfalls in beängstigender Form) im Finale wiederfinden.

Schön, dass Arsenal sich von jeglichem Pokalgeplänkel verabschiedet hat und sich erfolgreich auf die verbleibenden Ligabegegnungen konzentrieren kann… NICHT.

  1. Ich bin gespannt, welche Konsequenzen auf Drogba und Cole zukommen, die deutlich erkennbar auf den am Boden liegenden Übeltäter eingetreten haben. [zurück]