Nie wieder all’ arrabiata!

Vor 1,5 Monaten entging ich knapp dem niederträchtigen Versuch, mich umzubringen (ich berichtete). In meiner Tomatensauce all’ arrabiata wurde hinterhältig eine Schraube versteckt, das Ziel war klar: ich sollte möglichst unauffällig beseitigt werden. Seitdem hat mich fast jede Nacht der immergleiche Traum heimgesucht, in dem ich auf eine in meinem Essen versteckte Schraube beisse und meine Zähne splittern. Endstation Schnabeltasse.
Um wenigstens die Illusion von Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten, schickte ich der Firma dem Unternehmen Leverno einen Brief, in dem ich die Möglichkeit eröffnete, das lädierte Image durch meine lebenslange Versorgung mit Nudelsaucen wieder herzustellen.

noodelnHeute, nach Wochen der Angst, kam ein Paket mit der Post. Sollten sich meine Hascher beim Unternehmen Konzern Leverno zu einer Entschuldigung niederlassen? Oder ist das ein weiterer infamer Versuch mich auszuschalten, möglicherweise in Form einer Briefbombe?

Als ich die Styroporfetzen zögerlich beiseite schob, machte sich Erleichterung breit: eine ausgestreckte Hand des Konzerns Weltkonzerns in Form des nebenstehenden Sortiments:
- Pesto Rosso aus getrockneten Tomaten: *sabber, schleck*
- Bärlauch-Jodsalz: *yummie yummie*
- Grissini al Sesamo (Knabberstangen): *knurps, mjam*
- geröstete Zucchini: *lechz, stöhn*
- und, die Jungs und Mädels haben Humor: die weltberühmte Tomatensauce all’ arrabiata!

Trotz allen Entgegenkommens will ich mich nicht von ein paar staubtrockenen „Knabberstangen“ und einem Salzstreuer zu einem von ihnen machen lassen. Die Fronten sind für mich immer noch klar gezogen und der Feind ist klar benannt. Würde ich mich so schnell blenden lassen, wäre ich heute nicht, wo ich bin.
Um direkt den nächsten Schachzug zu machen, habe ich mich zu einer Demütigung der ersten Güteklasse entschlossen und zitiere hier genussvoll aus dem kleinlauten, fast schon devoten Bekennerschreiben, das dem Paket beilag:

„Nach Eingang Ihrer Reklamationen haben wir eine Kontrolle der Rückstellmuster, der Lagerware und der Ware aus verschiedenen neuen Wareneingängen durchgeführt, konnten jedoch keine weiteren Fremdkörperverunreinigungen (wie euphemistisch!) feststellen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir uns diesen Vorfall nicht erklären, gehen jedoch von einem sehr bedauerlichen Einzelfall aus und bitten vielmals um Entschuldigung.“ (Originaldokument liegt mir vor)

Weiter unten ist es aber dann plötzlich vorbei mit dem Bedauern und es heisst zynisch und menschenverachtend:

„Als Ausgleich für ihre Unannehmlichkeiten senden wir Ihnen ein (sic!) entsprechenden Ersatz und hoffen sie künftig wieder zu unseren zufriedenen Verbrauchern unseres Sortiments zählen zu dürfen.“

Durch die Veröffentlichung dieser Zeilen habe ich die Saucenpanscher jetzt erstmal unter Zugzwang gesetzt. Wer weiß, welche Niederträchtigkeiten sie sich als nächstes aus“denken“. Wie auch immer – ich bin gewappnet und warte!


4 Antworten auf „Nie wieder all’ arrabiata!“


  1. 1 bensen 19. Juni 2006 um 22:22 Uhr

    muahaahaaarrrrr!

  2. 2 Mandy 22. Oktober 2008 um 22:46 Uhr

    Also deine Vorgeschichte ist ja wirklich übel.
    Eine Schraube ist nämlich wirklich nicht ohne-wo die wohl herkommt…?
    An deiner Stelle würde ich wohl auch nur noch selber kochen-sicher ist sicher ;-)
    An Weihnachten werde ich in meinem Menü eine Arrabiata Vorspeise machen (wills halt einschicken zu konsumgöttinnen.de , weil meine Mutter dann evtl. n Essen bei Johann Lafer kriegen könnte).
    Aber ich werde definitiv KEIN Glas Arrabiata dafür nehmen ;-)

  1. 1 Ganz, ganz viele bunte kulinarische Blogs zum Anschauen // kulinaria katastrophalia Pingback am 30. Juli 2006 um 17:31 Uhr
  2. 2 curry » Blog Archive » jungle ist schuld Pingback am 12. Januar 2007 um 14:40 Uhr
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